Bevor es zum Kunden kommt, wird jedes Stück insgesamt rund 60 Mal in die Hand genommen. 90 Prozent der Wertschöpfung macht die Handarbeit aus. Jeder Teller, jede Schüssel, jede Tasse ist ein Einzelstück, denn wenn auch die Zahl und Plazierung der einzelnen Tupfen vorgegeben ist
und jeder Kringel beim Geflammten präzise zu seinem Ausgangspunkt zurückfindet, so gleicht am Ende keines wie ein Ei dem anderen.
Die Technik ist seit Jahrhunderten dieselbe, wenn auch dort, wo es der Individualität des Produkts keinen Abbruch tut, behutsam rationalisiert wird.
Der größte Keramikproduzent Mitteleuropas:Die Gmundner Manufaktur erzielt mit über 250 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von rund € 14 Millionen, der Exportanteil beträgt etwa 20 Prozent. Pro Jahr verlassen 2,6 Millionen Stück das Werk.
Zunächst wird die Rohmasse aufbereitet, dann in Form gebracht. Teller werden gedreht, Kaffeekannen oder Milchgießer in Gipsformen gegossen, die in der Manufaktur selbst gefertigt und nur rund vierzig Mal verwendet werden können. In der Retusche erfolgt die kosmetische Feinkorrektur, natürlich von Hand. Nun wird der Rohling zum ersten Mal gebrannt, glasiert und wandert weiter in das Herzstück der Produktion, in die Dekorabteilung. Zum Abschluss gibt der zweite Brand der Keramik die gewünschte Härte, die Farben entfalten ihre Leuchtkraft.
